PETA – „Best friend“

Kunde: PETA Deutschland e.V.

Jahr: 2018

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Ein Schweinchen namens Lucky

Mit dem Kurzfilm „Best Friend“ für die Tierrechtsorganisation PETA erfolgte der Startschuss für eine Character Pipeline bei Mackevision. Die Premiere gibt es im TV, Kino, sowie im Internet zu sehen: Mit dem Hauptdarsteller Lucky. Das Schweinchen ist der beste Freund der kleinen Mara, wahnsinnig süß, wirkt täuschend echt – und wurde zu 100 Prozent am Computer animiert.

Insgesamt arbeiteten 22 Artists von Mackevision über einen Zeitraum von vier Monaten an den 13 VFX Shots für den Spot.

Ohne Hauptdarsteller am Set

Die Herausforderung: Das Schwein musste nicht nur niedlich sein, sondern auch täuschend echt aussehen. Ein echtes Tier beim Dreh kam nicht infrage. „Es widerspricht PETAs Richtlinien, lebende Tiere in irgendeiner Form einzubinden“, berichtet Julian Körrenz, Compositing Lead beim Projekt, von der besonderen Herausforderung.

So waren nur die Schauspieler und Kulissen am Set – und Rouven Dombrowski, VFX Set Supervisor des Projektes. Seine Aufgabe: Ansprechpartner vor Ort sein, auf mögliche Probleme in der Umsetzung hinweisen – und in HDRIs die Lichtstimmung einfangen sowie Fotos schießen, um hinterher durch Photogrammetrie die Umgebung rekonstruieren zu können.

Lucky wird lebendig

Licht und Umgebung perfekt darzustellen, ist wichtig. Noch wichtiger aber ist die Frage: Wie verhält sich ein echtes Schwein? Deshalb startete die Suche nach „Referenzmaterial“ auf einem Bauernhof und endete mit dem unzähligen Analysieren von YouTube-Videos.

Das Genre war dabei recht monothematisch: Schweine. Wie verhalten sie sich? Wie bewegen sie sich? Denn je bekannter das Wesen, desto wichtiger die Details. Und bei einem Schwein weiß jeder, wie es sich bewegt.

Zum Leben erweckt wird das Schwein schließlich, in dem man es ´nachbaut´. Heißt: Ein Skelett erstellen, dann Muskeln, Faszien, Fett, Haut, Fell – Schicht für Schicht bis zum fertigen Tier. Und alles anatomisch korrekt. Damit die Bewegungen wie in der Realität aussehen, müssen zum Beispiel die Muskeln an den richtigen Knochen sitzen. Alles wie beim natürlichen Vorbild.

Realitätsgetreu heißt aber auch: mit Makeln. „Es gibt kein perfektes Tier“, so Körrenz. Jedes Lebewesen habe seine Eigenheiten. Sei es eine Hautunreinheit, einen Leberfleck oder eine Stelle mit ungewöhnlichem Haarwuchs. Die größte Herausforderung war aber: Lucky sollte niedlich aussehen und Emotionen wecken – aber trotzdem absolut natürlich wirken. „Wir mussten aufpassen, dass es nicht wie eine Comic-Figur wirkt“, erzählt Christian Zilliken. Die Emotionen des Tieres werden deshalb vor allem über das Auge und den Lichtreflex erzählt. „Ein grinsendes Schwein wäre unrealistisch.“

Dieses Projekt war der Startschuss für die Charakter Pipeline bei Mackevision. „Wir können unseren Kunden ein Portfolio anbieten, dass außergewöhnlich ist“, sagt Körrenz. Dazu gehören neben Creatures, digital erstellte Kulissen (Matte Paintings), Massenszenerien (Crowd Replication) und schwierige Simulationen, wie von Wasser.

PETA Best friend - Visual Effects before after
PETA Best friend - Visual Effects before after
Interview mit dem Team

Emanuel Fuchs (CG Lead), Christian Zilliken (VFX Supervisor), Julian Körrenz (Compositing Lead) und Francesco Faranna (VFX Producer) über anatomische Studien, Kulleraugen und zwingend notwendigen Perfektionismus.

Dürfen wir Euch gleich zu Beginn etwas gestehen?
Francesco Faranna: (Lacht) Na klar!

Wir haben uns ein wenig in Lucky verliebt.
Christian Zilliken: Das hören wir gerne.

Aber eine Sache hat uns offen gesprochen etwas gestört.
Emanuel Fuchs: Was denn?

Dass Lucky am Ende des Films als Schnitzel auf dem Teller landet.
Fuchs: Ein Happy End ist das sicher nicht, das stimmt.
Faranna: Aber genau das soll ja auch erreicht werden. Die Zuschauer sollen zum Nachdenken angeregt werden.

Klicken Sie auf den unten stehenden Button, um das gesamte Interview zu lesen.

Download Case & Interview
Credits

Kunde: PETA e.V.
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH
Service Produktion: Fahle Film UG
Produzent: Veith Unger
Regie: Nathalie Lamb
DoP: Christoph Schuman
Licht: Patrick Lang
Szenenbild: Jacqueline Lang
Szenenbild: Christina Mast
Kostüm: Astrid Hildebrand
Schnitt: Ann-Kathrin Matthes
Sound Design: Johanna Roth
VFX Producer: Francesco Faranna
VFX Supervisor: Christian Zilliken
Animation Supervisor: Bernd Nalbach
CG Lead: Emanuel Fuchs
Compositing Lead: Julian Körrenz
Compositing Lead: Jan Burda
Executive Producer: Heiko Burkardsmaier
VFX Coordination: Paul Maresch
VFX Coordination: Iggy Rau
Consultant Supervisor: Juri Stanossek
VFX Set Supervision: Rouven Dombrowski

VFX Editorial/Grading: Tobias Pfeiffer
VFX Editorial: Jörg Wohnsiedler
Pipeline Developer: Axel Mähler
Pipeline Developer: Henry Weickert
Matchmove: Frank Rosenkränzer
Character Designer: Christian Leitner
Lighting: Sebastian Plank
3D Generalist: Henrik Soeltzer
3D Generalist: Marco Wilz
Rigging: Jakub Krompolc
Hair, fur: Lukas Gotkowski
Hair, fur: Jaroslaw Handrysik
Animation: Maciek Wojtkiewicz
Animation: Dastin Hoffman
Animation: Dorian Knapp
Animation: Mariia Prokopenko
Character FX: Lisa Schachner
Compositing: Mauricio de Oliveira
Compositing: Gus Martinez
Compositing: Peter Lames
Compositing: Lukas Fabian
Compositing: Constantin von Zitzewitz
Compositing: AnhKhang Huynh

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